Pikler-Dreieck – spielen und motorische Fähigkeiten trainieren

Pikler-Dreieck – spielen und motorische Fähigkeiten trainieren

Im Kinderspiel-Bereich gibt es heute vielerlei Möglichkeiten, die der Entwicklung der Kinder entsprechen und das Spiel aufregend zu gestalten. Ein jeder der Kinder hat, der weiß genau, wie gern Kinder klettern. Doch muss es dafür immer gleich das riesige indoor Klettergerüst sein oder ist ein Pickler-Dreieck eventuell nicht ausreichend? Eine praktische Lösung ist ein Kletterdreieck Pickler Art oder ein ähnlicher Kletterbogen, sei es gekauft oder im DIY Style.

Das Pikler Dreieck – pädagogisch wertvoll

Die ungarische Kinderärztin Emilie „Emmi“ Pikler wurde mit diesem pädagogisch wertvollen Holzspielzeug bekannt. Das „Pikler Dreieck“ ist durch seine Form besonders charakteristisch. Bereits die kleinsten haben durch dieses Spielzeug die Möglichkeit, sich spielerisch zu entdecken und motorisch weiterzuentwickeln. Durch viele Tests wurde bereits aufgezeigt, dass auch die Kreativität und Ausdauer mit einem solchen Spielzeug gestärkt werden und das das selbstständige Handeln gefördert wird. Das Pikler-Dreieck gibt es in unterschiedlichen Varianten und von verschiedenen Herstellern. Darüber hinaus gibt es vielerlei Anleitungen, um ein solches Dreieck selbst zu bauen. Besonders beliebt sind die Modelle mit Rutsche oder mit einem Bogen. Zu beachten ist beim Kauf oder beim Selber bauen die Höhe des Pikler Dreiecks:
XL ca. 120 cm
L ca. 90 cm
M ca. 75 cm
S Ca. 60 cm

Der pädagogische Ansatz hinter dem Pikler Dreieck

Die ungarische Kinderärztin Emmi Pikler (1902 – 1984) ging neue Wege in der Kleinkindpädagogik und prägte damit den Begriff Pikler-Pädagogik. Im Grundsatz beruht die Herangehensweise der Kinderärztin auf der Autonomieentwicklung und der Beziehungsqualität zwischen dem Kind und den Bezugspersonen. Das Ziel des pädagogischen Ansatzes ist es in Bezug auf den Umgang mit den Kindern, nichts zu beschleunigen und ihnen anstelle dessen, ihnen Zeit zu lassen und sich gemäß der eigenen Entwicklungsgeschwindigkeit zu entfalten. Der pädagogische Ansatz lässt sich in drei Säulen gliedern:
  • Autonome Bewegungsentwicklung
  • Freies Spiel
  • Pflege und Kommunikation

Ein Pikler Dreieck selbst bauen – ist das möglich?

Sicherlich kann Geld gespart werden, wenn ein Pikler Dreieck selbst gebaut wird, doch es sollte darauf geachtet werden, dass das Kletterdreieck standfest ist. Dies sollte vorher überprüft werden, da ansonsten Kippgefahr besteht. Für die motivierten Bastler gilt, dass die Abstände zwischen den Sprossen auf keinen Fll mehr als 12,5 Zentimeter betragen sollten. Der Grund ist, dass die Kinder ansonsten ihren Kopf durch die Stäbe stecken könnten. Um ein Pikler Dreieck selbst zu bauen, ist schon etwas handwerkliches Geschick notwendig und um es auf den Punkt zu bringen: Ein DIY Pikler Dreieck Projekt ist nichts für Anfänger.

Bauanleitungen für das Pikler Dreieck – Do-it-yourself

Bevor ein Kletterdreieck selbst gebaut wird oder man es bauen lässt, sollten folgende Entscheidungen getroffen werden:

Faltbar, winkelverstellbar oder fest?

Sofern es sich um ein festes Kletterdreieck handeln soll, muss überlegt werden, wie hoch die Stufe sein soll, um hineinzuklettern. Bei einem zusammenklappbaren Dreieck gilt es zu überlegen, ob mehrere Winkel angeboten werden sollen.

Gesamthöhe

Empfehlenswert eine Höhe von rund 70 Zentimetern.

Sprossenabstände?

Hier gilt es zu beachten, dass die Kinder ihren Kopf zwischen den Sprossen einklemmen können, wenn der Abstand zwischen diesen zu groß ist. Nach Empfehlung der Pikler-Gesellschaft Berlin sollte diese 12.5 Zentimeter nicht überschreiten.

Sprossenlänge

Zu bedenken ist, dass ein nicht faltbares Kletterdreieck durch eine Standardtür passen muss.

Holzart und ggf. Lackierung

Empfehlenswert ist es, bei einer Farbe zu bleiben. Verschiedene Farben bieten keinen Mehrwert und lenken nur ab.

Diese Fehler vermeiden – das Kind am Pikler Dreieck begleiten

Es sollte darauf verzichtet werden, Aufgaben zu stellen. Kinder erzielen die besten Lernerfolge, wenn sie sich die Aufgaben selbst stellen. Das bedeutet, dass die Kinder nicht angeleitet werden müssen, etwas zu tun und es ist auch nicht notwendig sie zu motivieren. Erst dann, wenn es den Eltern möglich ist, diese Bedingungen einzuhalten lohnt es sich ein Pikler Dreieck oder ein ähnliches Spielzeug im Haus oder Garten aufzustellen. Denn nur so können diese ihre volle Wirkung erzielen. Da der Mensch in einer Belehrungs- und Motivationskultur lebt und stets annimmt, dass Kinder nur dann motorische Fähigkeiten entwickeln, wenn sie von einem Erwachsenen angeleitet werden, stellt es für viele Eltern eine große Herausforderung dar, ihren Kindern eine freie Bewegungsentwicklung zu ermöglichen – ganz im Gegenteil zu den Kindern. Eltern die bereits erlebt haben, welche ungeheure Willenskraft Kindern aufbringen, wenn sie sich an solchen Geräten ausprobieren, mit welchem Geschick sie sich bewegen und für sich gut sorgen, gibt es zumeist keinen Halt: Sie begeistern sich für die freie Entwicklung ihrer Kinder so sehr, dass sie nach und nach ihre Kinder frei Fahrradfahren, frei Schwimmen, frei lesen oder frei Malen lassen. Eltern sollten sich zurückhalten und abwarten, welche Aufgaben sich ihr Kind stellt. Kinder sollten jeden Tag eine Möglichkeit zum Klettern haben. Nun könnte gesagt werden „Früher sind wir auch ohne pädagogisch ausgeklügelte Geräte groß geworden“, wenn man gegen all den modischen Schnickschnack ist wie die Pikler Dreiecke oder andere pädagogischen Geräte und Spielzeuge, wie das Spielmaterial von Maria Montessori. Aber früher war einiges anders – und heute wird auch einmal „früher“ sein. Leider verbringen Kindern heute zu viel Zeit in geschlossenen Räumen und die ungeplante freie Spielzeit draußen ist für die allermeisten Kinder geschrumpft. Daher sollte Kindern auch innerhalb der Wohnung Möglichkeiten zum Klettern geboten werden.

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