Kita – ist mein Kind dort sicher?

Eltern, die sich mit der Frage beschäftigen, ob sie ihr Kind in die KiTa geben sollen oder nicht, fragen sich, was sie von einem guten Kindergarten erwarten können. Sicherlich stehen für die Entscheidung des passenden Kindergartens viele Faktoren eine Rolle, wie Platz und Personal, der alltägliche Ablauf und die Regeln die einzuhalten sind, ebenso wie das Spielen und die Förderung der Kinder. Dabei ist anzumerken, dass jeder Kindergarten anders ist und verschiedene pädagogische Ausrichtungen aufgegriffen und unterschiedliche fachliche Akzente gesetzt werden. Das ist auf jeden Fall positiv zu bewerten. So gibt es Eltern, die für ihr Kind eher den Waldkindergarten auswählen, suchen andere nach einer Montessori-Kita oder einem familiär geführten Kinderladen in der City. Doch egal, um welche Einrichtung es sich handelt: Eltern haben ein Recht darauf, dass ihre Kinder sicher untergebracht sind. Aus diesem Grund ist ein sorgfältig reflektiertes Sicherheitskonzept eine grundlegende Aufgabe der Erzieher/innen und damit kommt diesen eine große Verantwortung zu. In puncto Sicherheit müssen die Erzieher/innen täglich große und kleine Entscheidungen treffen. Dabei ist es nicht immer einfach, zu entscheiden, welche richtig und was falsch ist – was übertrieben und was unerlässlich ist.

Die Hygiene- und Wickelbereiche in der KiTa

Ein wichtiger Punkt ist zudem die Hygiene. Denn wo viele Kinder zusammen leben, spielen und schlafen muss Hygiene herrschen. Das bedeutet, dass Waschraum und Toiletten sauber und zu jeder Zeit zugänglich sind. Darüber hinaus ist ein angemessener und Wickel- und Pflegebereich notwendig, vor allem wenn Kinder im Alter von eins bis drei Jahren betreut werden. Denn eine Wickelsituation ist nicht nur eine notwendiger, sondern ein wichtiger, intimer, pflegerischer und pädagogischer Vorgang. Auch ältere Kinder die noch gewickelt werden müssen können davon profitieren. Hier gilt, je durchdachter der Wickelbereich ist und im Detail genauso ausgeführt wird, desto besser können sich die Erzieher auf die Bedürfnisse der Kinder konzentrieren. Empfehlenswert ist in dieser Hinsicht, auf Wickelkommoden zurückzugreifen sowie eine Duschtasse, die auf gleicher Höhe installiert ist. Idealerweise ist dieser separate Raum in der Nähe der Gruppeneinheit eingerichtet sowie des Ruheraumes. Möglich ist es auch, den Sanitärbereich direkt der Gruppe zuzuordnen. Vorteilhaft ist die Nähe zu einer ergonomisch gestalteten Lerntoilette. In Hinsicht auf die Sicherheit ist es wichtig, dass der Standort der Wickelkommode so gewählt ist, dass dieser von angrenzenden Wänden eingefasst ist, um so ein seitliches Herunterfallen der Kinder vom Wickeltisch zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, sollte eine seitliche Aufkantung von mindestens 20 Zentimeter vorhanden sein.

Die weitere Sicherheit im Kindergarten

Was die Sicherheit im Kindergarten angeht, so handelt es sich dabei um ein wichtiges, aber auch schwieriges Thema. Es steht außer Frage, dass Eltern den Wunsch haben, dass ihre Kinder in der KiTa gut aufgehoben sind, und daher ist es verständlich, dass sie sich ihre Gedanken machen. Daher konfrontieren sie die Erzieher/innen mit vielen Fragen: Ist offenes Feuer in Form von einem Adventskranz nicht zu gefährlich? Warum wird draußen gegessen, obwohl es Wespenzeit ist? Ist das Spielzeug nicht zu klein für die Krippengruppe? Oft stoßen die Erzieher/innen dabei inhaltlich und emotional an ihre Grenzen. Ihr Wunsch ist es, dass die Eltern ihnen mehr Vertrauen entgegenbringen. Die Eltern, die ihren Nachwuchs am liebsten rund um die Uhr bewachen würden, werden heute als „Helikopter“-Eltern bezeichnet. Allerdings ist diese 24/7-Überwachung nicht im Sinne der Kinder, die sich schließlich in der KiTa frei entfalten sollen. Eines steht fest: Ein gut durchdachtes Sicherheitskonzept ist für jeden Kindergarten obligatorisch. In jeder KiTa muss aus den Erziehern ein Sicherheitsbeauftragter bestellt werden. Dieser muss regelmäßig an Schulungen teilnehmen, die Gefahren identifizieren und die Kollegen und Kolleginnen darüber aufklären können.

Die Aufklärung der Eltern

Sicher ist, dass der Einwand der Erzieher/innen nicht ganz unberechtigt, dass viele Eltern heute viel zu overprotective sind. Denn schließlich müssen Kinder ihre eigenen Erfahrungen sammeln, berechenbare Gefahren erleben dürfen, um in der Welt bestehen zu können. Aus diesem Grund wird in vielen Kitas ganz bewusst der Umgang mit Feuer geübt oder einen Bewegungsparcours gestaltet, den die Kinder bewältigen müssen. Doch vor wirklichen Gefahren müssen die Kinder im Kindergarten geschützt werden. Damit steht die Frage im Raum: Was ist zu viel, was ist zu wenig? Es ist oft nicht einfach zu entscheiden, was angemessen und was fahrlässig ist. Daher ist eine gründliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik für die Erzieher unerlässlich. Geht es darum, das Vertrauen der Eltern zu gewinnen, ist eine Demonstration der Sicherheitsbemühungen ratsam. Beispielsweise kann auf einem Elternabend berichtet werden, was für die Sicherheit im Kindergarten getan wird, wie die Bestückung der Regale oder dass Kleinteile für die Krippenkinder unerreichbar aufbewahrt werden. Ein weiterer Weg ist es, die Eltern mit einzubeziehen in die Sicherheitsbemühungen der KiTa. Dabei kann es sich bspw. um die Entfernung von giften Pflanzen im Garten des Kindergartens handeln. Oft führt Transparenz und Offenheit Vertrauen und führt zu einem guten Verhältnis zwischen Erziehern und Eltern.

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